Marketingautomation bei der Messekontakterfassung - ein Erfahrungsbericht

Gute Zeiten – schlechte Zeiten: Im Messesekretariat ist die Hölle los

Gut erinnere ich mich an meinen ersten Auftritt als Messeaussteller nach dem Studium: von einem Schreiner günstig hergestellter Messestand sah nicht schlecht aus. Unser Angebot war attraktiv. Sicherheitshalber haben wir uns dennoch hinter den Tischen versteckt … Gestört hat das damals tatsächlich niemand (ich nenne jetzt nicht den damaligen Arbeitgeber). Mit unserem Angebot waren wir dennoch attraktiv und so hatten wir auch eine Reihe von Visitenkarten in unseren Sakkos gesteckt. Nach der Messe haben wir sie dann im Sekretariat der Geschäftsführung abgegeben. Mehr kann ich dazu nicht mehr sagen. Wahrscheinlich liegen die Visitenkarten noch heute dort … Vielleicht eine Sache für das Heimatmuseum unseres Firmensitzes?

Eine Sache für’s Heimatmuseum?

Professioneller wurde es dann in den späteren 90er Jahren. Wir waren Unteraussteller unseres Mutterhauses, das gerade einen erfolgreichen Börsengang hingelegt. Mit eiserner Knute wurden wir vom Vertriebsleiter vom Messestand getrieben und baggerten die vorbeiziehenden Messebesucher an. Ich konnte mich dem entziehen, bekam stattdessen ein Mikrofon in die Hand gedrückt und führte interessierten potenziellen Kunden etwas vor, was eigentlich banktechnisch gar nicht gehen durfte (Handybanking mit dem Nokia 3310) . Aber es ging – was ja angeblich nur für einen geringen Teil der CEBIT Neuvorstellungen gilt.

Die erhaltenen Visitenkarten wurden wieder eingesammelt und einige Wochen nach der Messe erhielten wir von unserem Mutterhaus die fleißig gesammelten und auf der Rückseite per Hand kommentierten Visitenkarten wieder zurück. Der Vertrieb konnte also beginnen! Immerhin blieb das dortige Heimatmuseum von unseren Kärtchen unbehelligt. Und die Erinnerung an rauschende Standparties beim Heiseverlag hält bis heute an.

Rauschende Standparties

Als Partner einen internationalen Softwarekonzerns – nein, nicht Microsoft! – stellten wir wieder mehrere Male in Hannover aus. Dort war alles gut organisiert. Am Abend wurden von attraktiv kurz berockten Damen unsere Messeerfassungsbögen charmant und bestimmt eingesammelt, die Visitenkarten hatten wir schon angeheftet und der Vertrieb hätte nach der Messe beginnen können. Ja, wenn …

Wir erhielten unsere Messeprotokolle zwei Wochen nach der Messe wieder zugesandt. Wahrscheinlich konnte niemand etwas mit unseren Fragen und den Antworten der Messebesucher anfangen; unser im Vergleich zu den anderen Anbietern auf dem Messestand hat dann die Bearbeitung etwas verzögert. Dann klopften wir die Daten in unsere Datenbank. Der Vertrieb konnte beginnen …

Nein wir lügen nicht!

Es wäre nun wirklich gelogen, wenn ich behaupten würde, das unsere Lösungen zur Messekontakterfassung wegen diesen Erfahrungen entwickelt wurden. Denn wir haben Sie unserer Düsseldorfer Niederlassung zu verdanken. Dort wurden seit 2007 Lösungen zur Integration und elektronischen Weiterverarbeitung für Messen, Konferenzen und Ausstellungen entwickelt. Das war in den Anfangsjahren noch die Schnittstelle zwischen Papier und Dynamics CRM.

Visitenkarten und Fragebögen wurden und werden gescannt und mit Hilfe von Texterkennung (OCR und OMR) elektronisch erfasst. Die Leads können dann in Dynamics CRM, aber auch in Fremdsystemen weiterverarbeitet werden. Das wäre schon eine erhebliche Beschleunigung gewesen!

Heute bieten wir die vollständige Digitalisierung des Leadmanagements auf Messen an. Wenn wir das an Stelle des Handybankings damals gezeigt hätten, wäre das Handybanking wahrscheinlich hinten runtergefallen. Lesen Sie selbst.